15. Juli 2019

Probleme wälzen – das traurige Kapitel in Unternehmen

Probleme zu lösen anstatt sie zu wälzen, kann den Arbeitsalltag in Unternehmen erheblich verbessern, weiß Dr. Peter Aschenbrenner

In Unternehmen wird mehr Zeit damit verschwendet, Probleme zu schreiben als sie zu lösen. Neben Zeit werden so auch Energie, Geld und Motivation Tag für Tag verbrannt. „Wer sich von einem Problemschreiber zu einem lösungsorientierten Denker und Macher entwickelt, kann Probleme konstruktiver, kreativer und mit mehr Spaß angehen“, erklärt Dr. Peter Aschenbrenner. Als Klarheitsexperte kennt er die Herausforderungen in Unternehmen, die den Alltag immer undurchsichtiger und komplizierter werden lassen.

Dazu kann zunächst analysiert werden, wie viel Zeit pro Woche für das Diskutieren und Generieren von Problemen aufgewendet und wie viel Zeit aktiv in Lösungen investiert wird. „Mehr als 80 % der Führungskräfte und Mitarbeiter gehören zur Gruppe der Problemschreiber – dies zeigt sich in jedem Training oder Workshop. Die erschreckende Zahl lässt deutlich werden, dass wir hier sehr viel Potenzial haben, um erfolgreicher zu agieren“, führt Aschenbrenner aus.

Wer zum Beispiel schlechtlaufende Meetings optimieren und die Zusammenarbeit effektiver und kreativer gestalten will, sollte als Führungskraft strikt eingreifen, sobald das Team oder einzelne Mitarbeiter ins Jammern verfallen. „Nutzen und vermitteln Sie stattdessen kreative Methoden, mit deren Hilfe Sie Ihre Mitarbeiter und auch sich selbst aus dem Problem-Sumpf ziehen“, rät der erfahrene Unternehmer und Speaker. „Meditieren Sie 5 Minuten, um aus Ihrem mentalen Gefängnis zu entkommen. Gehen Sie alleine zum Mittagessen, wenn die Kollegen wieder zu viele Probleme wälzen.“

Weiter sei es förderlich, die Fähigkeit der Selbstreflexion zu stärken, um selbst auch immer wieder den Weg aus dem Hamsterrad zu finden. „Für erfolgreiche Lösungen gibt es verschiedene Methoden – so zum Beispiel die bewährte Walt-Disney-Methode, die MacGyver-Methode und eine sehr wirkungsvolle Methode, die Stattdessen-Methode. Mit dieser Methode werden zunächst alle Punkte notiert, die nicht gefallen oder gut laufen. In der Stattdessen-Spalte werden dann Lösungen festgehalten, mit denen die Punkte ausgehebelt werden können“, schließt Aschenbrenner. Seine These lautet auch, dass viele obere Führungskräfte die Stimmungen verbessern könnten, wenn diese vehementer eingreifen würden.

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